Unser Konzept für eine dezentrale Weiterentwicklung

Mit unserer „Bürgerinitiative Siegburg 2010“ setzen wir uns bekanntlich für drei Ziele ein

   

-     für eine maßvolle dezentrale Weiterentwicklung unserer City,

-  für den Erhalt des Rathauses und gegen neue Millionenschulden der Stadt,

-    gegen ein ECE-Einkaufscenter mit  20.000 m² Geschäftsflächen, die von Siegburg nicht zu verkraften sind.

 

Wir hatten über mehrere Wochen intensive Kontakte mit Eigentümern und Investoren über eine dezentrale Weiterentwicklung. Das Ergebnis ist, dass bei ihnen ein ganz großes Interesse an Siegburg besteht. Teilweise haben sie sich zwar angesichts der Entscheidung der Stadtspitze für ECE zunächst zurückgehalten, zumal sie Zusagen potentieller Mieter als Grundlage für eine Investitionsentscheidung nicht bekommen, solange das ECE-Projekt in der Schwebe ist. Davon unberührt ist jedoch – wie sie uns auch schriftlich bestätigt haben – ihre Absicht, dezentrale Investitionsvorhaben in Siegburg zu verwirklichen bzw. für diesen Zweck Grundstücke  zur Verfügung zu stellen, sobald das ECE-Vorhaben gestoppt ist. Auf der Basis dieser Gespräche und schriftlichen Mitteilungen können wir unsere Konzeption für eine dezentrale Weiterentwicklung jetzt wie folgt vorstellen.

Das dezentrale Konzept der Bürgerinitiative
Das dezentrale Konzept der Bürgerinitiative

Wir halten es für optimal, wenn die Fußgängerzone schwerpunktmäßig an drei Stellen gestärkt wird, und zwar in der Bahnhofstraße an der Einmündung der Neue Poststraße (Kaufhalle und Haus „Hohage“), in der vorderen Holzgasse (Geschäftshäuser 7, 9, 11, 13, 15; ggf. 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19) und in der Kaiserstraße auf dem Grundstück 31 bis 37 (derzeit „Ihr Platz). Bei zusätzlichem Bedarf soll der Allianz-Parkplatz entwickelt und einbezogen werden. Die Vorteile dieser Positionierungen sind:

 

-         Die Einmündung Neue Poststraße/Bahnhofstraße  ist das Entrée in die Kern-Fußgängerzone, also ein wichtige Stelle für das Image unserer City, und muss dringend „aufgemöbelt“ werden. Kommt ECE, wird der bauliche Zustand so bleiben wie er ist. Und in einigen Jahren wird es an vielen Stellen Siegburgs so aussehen wie hier!

-         Die Verteilung der Investitionen auf drei dezentrale Standorte baut einen Spannungsbogen auf, der zum Flanieren zwischen diesen Polen auch abends einlädt. Der ECE-Konsumtempel wäre hingegen abends verschlossen und die Fußgängerzone mangels interessanter Geschäfte und Restaurants öde und leer.

-         Die drei Standorte stärken nicht nur die Kern-Fußgängerzone, sondern strahlen auch auf deren „äußere“ Zonen aus (weitere Bahnhof-, Kaiserstraße und Holzgasse) Bei Realisierung des ECE-Projekts wäre hingegen vor allem in den äußeren Bereichen jegliche Geschäftsleben zu Ende (O-Ton Bürgermeister: „Läden zu Wohnungen umbauen!“)

 

Ein vierter Investitionsschwerpunkt ist – wie schon ausgeführt – bei weiterem Bedarf der Allianz-Parkplatz. ECE hat insoweit nur eine Kaufoption. Verabschiedet sich ECE aus Siegburg, steht das Grundstück wieder für jeden anderen Interessenten offen. Die Marktpassage muss in Form einer Weiterführung dieser Passage oder in offener Gestaltung mit der Burggasse/Kaiserstraße verbunden werden. Ein Städteplaner hat für uns in einer Grundriss-Studie auch drei kleinere Plätze und natürlich den Erhalt des Baudenkmals „Bartmännchen“ vorgesehen, das ECE bekanntlich – entgegen des von der Stadt selbst aufgestellten Anforderungsprofils (!) – beseitigen will.

 

Die Entwicklung dieses zentralen Filetstücks einschließlich einer Tiefgarage und der verkehrsmäßigen Erschließung erwarten wir bei Bedarf als eine wichtige Aufgabe von unserem Bauplanungsamt in Zusammenarbeit mit interessierten Investoren, und der Bürgermeister sollte nicht versuchen, diese Aufgabe im Interesse seiner persönlichen Ambitionen hinter Schutzbehauptungen wie „geht alles nicht“ zu blockieren!

 

Für die drei erstgenannten Standorte besteht gültiges Baurecht. Allein in den Projekten

Bahnhofstraße und Holzgasse können relativ kurzfristig 7.000 bis 10.000 m² moderne, großformatige Ladenflächen entstehen! (Achtung: Bei der Berechnung „zusätzlicher“ Ladenflächen sind hier die existierenden Alt-Ladenflächen abzuziehen!) Die Eigentümer und Investoren sind zur Realisierung bereit, falls ECE nicht zum Zuge kommt.

 

Die frühere Kaufhalle ist schon 2008 von dem Investor Interboden, Düsseldorf, erworben worden, der für die Errichtung von 3.000 m ² Verkaufsfläche bereits einen positiven Bauvorbescheid des Stadtbauamts hat. Er sieht sich derzeit – wie sich aus einem Schreiben von ihm vom 01. 02. 2010 ergibt – an der Realisierung durch das ECE-Vorhaben gehindert.

 

Die Eigentümergemeinschaft der fünf zusammenhängenden Geschäftsgrundstücke in der vorderen Holzgasse (Nrn. 7, 9, 11, 13, 15) ist nach einem Schreiben an uns vom 29. 07. 2010 bereit, mindestens ca. 4.000 m² neue Geschäftsflächen zu schaffen. Ihnen gehören zusätzlich die Häuser Holzgasse 3 und 19. Sie planen deswegen bevorzugt, sich mit den Eigentümern der zwei zwischenliegenden Häuser (Nrn. 5 und 17) zwecks Schaffung einheitlicher Ladenflächen bis zu 7.000 m² abzustimmen. Von einem von ihnen liegt das grundsätzliche Einverständnis bereits vor.

 

Die Eigentümergemeinschaft Kaiserstraße 31-37 hatte vor der Entscheidung der Stadtspitze für ECE ebenfalls intensive Gespräche mit Investoren über die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung ihres Grundstücks. Sie sind mit ihnen und inzwischen auch Projektentwicklern im Gespräch geblieben, um bei einer Absage des ECE Projekts nicht wieder bei null anfangen zu müssen, und sie sind nach wie vor bereit, ihr Grundstück in eine Weiterentwicklung einzubringen.

 

Von besonderer Bedeutung ist, dass eine der großen deutschen Entwicklungs- und Investitionsgesellschaften im Immobilienbereich, die Immobilien-Treuhand-GmbH & Co (ITG), Düsseldorf, eine dezentrale Gesamtplanung – und zwar in Abstimmung mit dem Bauplanungsamt der Stadt – schon weitgehend entwickelt hatte, die nicht nur die oben genannten Grundstücke, sondern weitere Objekte in der Fußgängerzone umfasst! Die ITG hat uns mit Schreiben 06. 07. 2010 mitgeteilt, dass sie ihre Planung zunächst eingestellt hat, nachdem die Stadtverwaltung dem Konzept eines zentralen Einkaufscenters den Vorzug gegeben hat. Sie bestätigt uns jedoch zugleich:

 

„Sofern zu einem späteren Zeitpunkt doch noch anstelle der zentralen Lösung eine dezentrale Entwicklung angestrebt werden sollte, sind wir gern bereit, unsere Planung – mit dem Ziel der Realisierung und in Abstimmung mit der Stadt – wieder aufzunehmen.“

 

Die ITG behält die von ihr errichteten Geschäftsimmobilien stets in ihrem Eigentum, bleibt also für die Vermietung sowie Erhalt und Pflege ihrer Objekte verantwortlich.

 

Ein weiterer führender Investor, die Development Partner AG, Düsseldorf, mit Schwerpunkt auf der Projektentwicklung hochwertiger Geschäftshäuser hat soeben mit Schreiben vom 23. 08. 2010 ebenfalls sein Interesse an der Schaffung dezentraler Einzelhandfelsflächen in Siegburg mitgeteilt und ist gesprächsbereit.

 

Speziell zur Frage eine Lebensmittelanbieters können wir darauf verweisen, dass

-         Interboden bereits in Kontakt mit Lebensmittelanbietern stand,

-         die Eigentümergemeinschaft in der Holzgasse bereit ist, 700 bis 1.000 m² für einen Lebensmittelanbieter bereit zu stellen,

-         die ITG-Planung einen Lebensmittelmarkt im Basement vorsieht,

-         auch die Development Partner AG einen Lebensmittelanbieter vorsehen will.

-         einige Lebensmittelanbieter wie z.B. Rewe inzwischen ein Konzept für Märkte auch in Innenstädten wie Siegburg entwickelt haben und grundsätzlich interessiert sind.

 

Zusammenfassend sind – wie ausgeführt – Eigentümer und Investoren in hohem Maße an einer Weiterentwicklung der Siegburger City interessiert. Gehindert sehen sich bzw. abgesagt haben früher interessierte Investoren vorläufig entgegen den Behauptungen des Bürgermeisters, weil und nachdem die Stadtspitze sich für ECE entschieden hat!

Vergleich ECE - Dezentrales Konzept
Pressemitteilung zur dezentralen Weiterentwicklung der City
BBGPressemKonzDez308.pdf
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