Anforderungsprofil der Stadt zu Shopping-Center schon heute Makulatur?

Leserbrief
ECE sagt: Das „Bartmännchen“ muß abgerissen werden. Gegner sagen: Geht nicht, steht doch unter Denkmalschutz. CDU-Fraktionschef Becker sagt: Das Bartmännchen steht nicht unter Denkmalschutz. Er sagt jedoch nicht, dass das Bartmännchen als Bestandteil eines städtischen Konzeptes zum Erhalt innerhalb eines Centers festgeschrieben ist. Was stimmt jetzt?
Die Stadt hat sich im Januar 2010 auf ein Anforderungsprofil zu einem Shopping-Center festgelegt. Darin heißt es u. a. zum Bartmännchen:

·    Einbindung externer Nutzungen – „Bartmännchen“
- Einbeziehung in Gesamtkonzept als „Highlight“
- Keine „Einhausung“, aber durchaus Überdachung angrenzender Flächen
- zielgerichtete Erschließung auch über Zugang Marktpassage
- angemessene Nutzung z. B. durch Gastronomie mit Außengastronomie
- Berücksichtigung von Stadtmauer und –graben als Baudenkmal
·    Denkmalpflege – Bodendenkmal
- der Bereich, der ehemals durch die Stadtmauer umgeben war („intra muros“), steht unter Bodendenkmalschutz
·    Denkmalpflege – Baudenkmalpflege
- Erhaltung der denkmalrelevanten Aspekte des (nicht formal als Denkmal eingetragenen) Schutzbereiches „Innenstadt“
Erhalt der ursprünglichen Stadtstruktur – Stadtmauerverlauf und Straßennetz (Sebastiansgasse, Orestiadastraße, Nogenter Platz, Selcukstraße, Elisabethstraße, Guardastraße, Burggasse)
- Besondere Beachtung des Bereichs Burggasse 5 (Bartmännchen) und der angrenzenden Stadtmauer.

Ergebnis: Das Bartmännchen müsste innerhalb eines ECE-Centers erhalten bleiben! Die Straßenstruktur innerhalb des Centers muß erhalten bleiben!
Was schließen wir daraus, wenn selbst CDU-Fraktionschef Becker heute schon nicht mehr zu dem steht, was beschlossen wurde? Der ECE-Center-Grundriss eine Bebauung der vorhandenen Straßenstruktur vorsieht?
Das städtische Anforderungsprofil zu einem Shopping-Center ist heute schon Makulatur. ECE setzt sich mit seinen Vorstellungen unter der Prämisse der „Wirtschaftlichkeit“ über alles hinweg. Die Stadt, CDU und ECE sind schon heute unglaubwürdig. Man kann ihnen nicht über den Weg trauen, egal, was sie sagen. Müssen wir Siegburger Bürger uns das alles gefallen lassen? Architekt Krenz, Hameln hatte schon im Jahr 2005 recht. Was er zur Glaubwürdigkeit der lokalen Politiker und ECE sagte, trifft vollkommen auch im Jahr 2010 auf Siegburg zu.

Karl-Heinz Deimann, Siegburg

Kommentar schreiben

Kommentare: 0