Bürgerbegehren für den Erhalt des Rathauses in Vorbereitung!

Die Bürgerinitiative Siegburg 2010 verzeichnet weiterhin einen ungebremsten Zustrom an Mitstreitern. Aus den 95 bei der Gründung am 16. März sind es inzwischen  mehr als 500 geworden! Wir danken ihnen allen auch auf diesem Wege! Der Anteil der Vermieter von Ladenlokalen beträgt nur 6%. Die Versuche des Bürgermeisters, der Initiative den Stempel einer Interessenvertretung von Ladeneigentümern aufzudrücken, hat sich damit als voreilige Fehleinschätzung erwiesen.

Zunächst ist klarzustellen: Die Bürgerinitiative setzt sich weiterhin vor allem für eine maßvolle Weiterentwicklung der City anstelle eines völlig   überdimensionierten Einkaufstempels von 16.000 m² ein und arbeitet an entsprechenden Lösungen, die wir dem Bürgermeister und natürlich auch den Bürgern in nächster Zeit vorstellen werden. Auch rechtliche Schritte behalten wir uns insoweit vor, müssen aber aus Rechtsgründen das Bebauungsplanverfahren abwarten, das bei der Stadt in Vorbereitung ist.

Unabhängig davon und – im Interesse einer baldigen Klärung schon jetzt –  wollen wir in jedem Fall auch den Abbruch des Rathauses verhindern. Dieses Rathaus ist nach den Plänen des bedeutenden zeitgenössischen  Architekten Prof. Peter Busmann in Arbeitsgemeinschaft mit Paul Schwarze gebaut und 1967 fertiggestellt worden.  Prof. Busmann ist Träger zahlreicher Architekturpreise und hat u.a. die Kölner Philharmonie gebaut. Unser Rathaus ist mit seiner zweckorientierten Gestaltung typisch für die Architektur der 60er Jahre und damit auf seine Art Teil der stadtbildprägenden Architekturvielfalt Siegburgs. Auch hat das Rathaus mit 43 Jahren seine technische Mindestlebensdauer noch längst nicht erreicht. Und es erfüllt vor allem in dieser zentralen Lage nahe dem Marktplatz nach wie vor bestmöglich seinen Zweck als Anlaufstelle für die Bürger. Wir wollen verhindern, dass wir Siegburger demnächst in die entfernteren Bereiche der Frankfurter Straße pilgern müssen, wenn wir die Verwaltung brauchen.

Deswegen werden wir jetzt zunächst ein Bürgerbegehren starten, das auf den Erhalt des Rathauses gerichtet ist.  Die Startveranstaltung findet am Montag, den 26. April 2010, 19 Uhr im Hotel Kranz, Mühlenstraße, statt. Eingeladen sind alle, die sich zur Unterstützung der Bürgerinitiative angemeldet haben und alle sonstigen Interessierte!

Zur rechtswirksamen Formulierung des Fragebogens brauchen wir noch einige wenige Angaben des Bürgermeisters. Da es sich um leicht zu beantwortende Punkte handelt wie beispielsweise die Nutzfläche des Rathauses erwarten wir die Antwort im Laufe dieser Woche.  Wir brauchen dann zunächst rund 2.600 Unterschriften. Sie werden dem Bürgermeister übergeben. Der Stadtrat setzt daraufhin einen Termin für die Abstimmung wie bei einer Wahl fest. In dieser Abstimmung müssen die Mehrheit, mindestens  aber 20% der Siegburger für den Erhalt des Rathauses stimmen.
Wir hoffen auf eine breite Unterstützung!

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Kommentare: 2
  • #1

    MM (Freitag, 30 April 2010 16:04)

    Warum auch immer Herr Huhn und seine CDU diesen Center um Gedeih und Verderb wollen, das Risiko eines Scheiterns wiegt unter keinen Umständen das eines Zugewinns auf. Und wenn es nur um ein paar neue große Geschäfte geht, finden sich sicher noch kleinere Lösungen.
    Bleibt nur zur hoffen, dass diese Truppe bei nächster Gelegenheit abgewählt wird.

  • #2

    Ingrid Rumland (Montag, 10 Mai 2010 10:24)

    ECE in Magdeburg
    An was erinnert man sich, wenn man von einer Berlin -
    Reise kommend, plötzlich auf der Autobahn das Ausfahrtsschild
    „MAGDEBURG“ sieht. Natürlich der Magdeburger Dom!
    Doch zu einer Besichtigung dieser Sehenswürdigkeit kam es leider
    nicht, da ich plötzlich ein Hinweisschild mit der Aufschrift „Shopping
    Mall“ entdeckten und, wie bei Frauen oft der Fall, sich eine Art
    Einkaufsrausch bei mir bemerkbar machte. Also rein ins Gewühle! In
    kürzester Zeit merkte ich, in welcher Mall ich gelandet war. Im ECE
    Zentrum von Magdeburg. Von außen sehr gut integriert in die schon
    bei C&A und Karstadt vorgefundene Plattenbauweise. Einfach
    hässlich! Keine anderen ansprechenden, einladenden Geschäfte
    weit und breit. Eine große Allee mit Straßenbahn in der Mitte, die
    auch sofort vor diesen drei riesigen Klötzen hielt.
    Nun war ich als Siegburgerin alarmiert. Rein in das von
    außen furchtbar anmutende Gebäude. (Baujahr 2006). Im
    Erdgeschoss der Einkaufsmarkt „REWE“. Der interessierte nicht
    weiter. Dann in das erste und auch zweite Stockwerk. Schnell hatte
    ich 12 Läden durchgezählt, die auch in der Siegburger Innenstadt
    angesiedelt sind. Fast alle Geschäfte unter 400 m2
    . Sofort ging mein
    Gehirn auf Alarmstufe eins. Man denkt nur noch in ECE
    Dimensionen! Was passiert mit diesen Geschäften, falls das ECE
    Zentrum nach Siegburg kommen sollte? Siedeln sich diese
    Ladenlokale im von der CDU favorisierten ECE Komplex an, oder
    bleiben sie an ihren bisherigen Orten? Leerstehende Geschäfte oder
    Konkurrenz? Ich war nicht mehr zu halten. Rein in H&M, den so viel
    angepriesenen Shop für junge Leute. Nun bin ich bereits älteren
    Datums und weit entfernt, hier für mich etwas zu kaufen, aber die
    Frage tauchte auf: Wie kann ein modern geschnittenes T- Shirt zu
    einem Preis von 7,00 € angeboten werden? Ich schaute auf das
    Label und siehe da: „Made in Bangladesch“. Andere T- Shirts: „Made
    in Kambodscha“, „Made in India“. Eine Gedanke ging mir blitzschnell
    durch meinen Kopf: „Steckt da etwa Kinderarbeit hinter?“ Kommt so
    der billige Preis zustande? Wenn ja, wird Siegburg ein solches
    Geschäft unterstützen? Ich akzeptiere diesen Billiganbietern eine
    bedingte Existenzberechtigung, allerdings dürfen sie nicht, wie in
    Siegburg zu befürchten ist, marktbeherrschend sein. Sollte ich
    jedoch mit meinen Gedanken falsch liegen, dann genügen für eine
    Ansiedlung von H&M und auch New Yorker jeweils etwa 600 m2.
    Mehr gibt es selbst in Berlin nicht.